Wer sitzt dir gegenüber?
Marlis Zbinden war zwanzig Jahre Primarlehrerin. Zwanzig Jahre lang war ihre Arbeit, zuzuhören, bis jemand selbst auf den Satz kommt — bei Kindern dauert das manchmal eine Stunde, und man darf nicht vorsagen.
Dann starb ihr Mann. Was danach kam, war nicht der Wunsch nach einem neuen Beruf, sondern die Erfahrung, wie wenig Sätze wie «das wird schon wieder» halten, und wie viel ein Mensch trägt, der einfach sitzen bleibt und nicht ausweicht. Sie hat eine Ausbildung in systemischer Beratung gemacht — systemisch heisst hier nichts Geheimnisvolles, sondern: eine Trennung, ein Tod, eine Kündigung betreffen nie nur eine Person, und die Fragen richten sich entsprechend.
Seit 2014 begleitet sie Menschen in Thun. Einzeln, zu zweit, im Raum oder im Gehen. Kein Team, keine Gruppe, kein Kursbetrieb: wer anruft, spricht mit der Person, die danach auch am Tisch sitzt.

Der Weg zur Tür
Wie ein Gespräch abläuft
Du rufst an oder schreibst. Das erste Gespräch dauert 30 Minuten, findet am Telefon statt und kostet nichts — es dient dazu, herauszufinden, ob ihr miteinander arbeiten wollt. Danach entscheidest du, ob ein Termin folgt. Es gibt kein Paket, das du buchst, und keinen Rhythmus, den du einhalten musst.
Im Raum in Thun dauert ein Gespräch 75 Minuten und kostet 150.—. Wer lieber geht, nimmt den Waldgang: 90 Minuten draussen, bei jedem Wetter, 180.—. Manche kommen einmal, andere über ein Jahr. Beides ist in Ordnung.
Reden wir?
Du musst vorher nichts sortiert haben und keinen Anlass nennen können, der gut genug ist.